Unser Weg zum eigenen Scrum-Backlog-Tool

Veröffentlicht am 24. April 2012 von Bettina Weick

Seit Oktober 2011 sind wir agil und arbeiten nach Scrum. Eine Iteration, Sprint genannt, dauert bei uns eine Woche. Im Backlog, einer priorisierten Liste, stehen die geplanten Aufgaben. Die wichtigsten Aufgaben werden bei der Sprintplanung mit Story Points geschätzt und in das Sprint-Backlog übernommen. Ziel ist es, dass das Team gemeinsam mit dem Product Owner eine belastbare Planung für die die nächste Woche als Sprintziel setzt.

Welche Erfahrungen wir dabei in den ersten Monaten gemacht haben und wieso wir schließlich unser eigenes Tool dafür entwickelt haben, lesen Sie hier.

Anfänge: Redmine mit Backlogs-Plugin

Redmine ist ein webbasiertes Tool, das die Verwaltung von Projekten unterstützt. Das Backlogs-Plugin ermöglicht es, Redmine auch für Scrum-basierte Projekte zu verwenden. So konnten Backlog, Sprint-Backlog und Scrum Board online verwaltet werden. Das Scrum Board stellt dabei den aktuellen Stand der Aufgaben eines Sprints dar.

Folgende Punkte waren für uns bei der Benutzung nicht zufriedenstellend:

  • Anzeige der Aufgaben in der Backlogübersicht: Die angezeigte Information reicht nicht zum Verständnis aus. Um den gesamten Text angezeigt zu bekommen, muss eine andere Ansicht verwendet werden, die wiederum nur die einzelne Aufgabe zeigt.
  • Priorisierung der Aufgaben innerhalb eines Sprints ist nicht ersichtlich.
  • Story Points werden in der Pinnwand-Ansicht nicht angezeigt.
  • Halbe Story Points können nicht eingetragen werden.
  • Grundsätzlich hat das Team nicht gerne mit einem Software-Scrum Board gearbeitet.

Wie es weiterging

Der nächste Schritt war, das komplette Gegenteil eines Software-Tools. Alle anstehenden Aufgaben wurden auf Post-Its notiert. Die Klebezettel wurden auf zwei Flip-Charts geklebt. Dabei diente das eine als Scrum Board, das andere als Backlog. Die Flip-Charts bieten den Vorteil, dass sie - im Gegensatz zu einem fest montierten Scrum Board – bei Bedarf auch einfach in andere Räume mitgenommen werden können. Das Problem bei der reinen Klebezettel-Variante für uns war alslerdings, dass das Backlog zu unübersichtlich wurde.

Also ging die Suche weiter nach einem Tool, welches unser Vorgehen unterstützt:

  • Das Team arbeitet an zwei Produkten.
  • Beide Produkte werden innerhalb eines Sprints weiterentwickelt.
  • Komplette Aufgabenbeschreibungen bzw. User Stories stehen direkt in der Gesamtliste oder sind einblendbar.

Das Ergebnis: ScrumDo

Nach Installation ließ sich der Server starten, konnte aber auf Grund auftretender Bugs nicht verwendet werden.

Auf dem Weg zum U-Boot

Alle bisher evaluierten Tools entsprachen nicht vollständig dem von uns gewünschten Vorgehen. Eine Entscheidung war notwendig: Suchen wir weiter? Verwenden wir ein Tool, das als kostenpflichtiger Service angeboten wird? Gibt es noch andere Möglichkeiten?

Analyse: Was brauchen wir eigentlich?

Wir arbeiten am liebsten innerhalb des Sprints mit Post-Its. Vorteil hiervon ist, dass das Team immer den aktuellen Stand direkt im Blick hat. Das Verschieben einzelner Zettel kann zu einem Event werden. Das Team freut sich über abgeschlossene Aufgaben. Das Backlog mit Klebezetteln ist hingegen eher unübersichtlich, wenn 30 oder mehr Post-Its auf einem Haufen kleben und auch noch priorisiert sein wollen.

Die Idee: Wir brauchen eigentlich nur ein Tool, das uns die Funktionalität eines Backlogs bietet, d.h. vor allem das Eintragen und Priorisieren von User Stories. Gibt es so etwas bereits? Oder wieso schreiben wir nicht selbst schnell eine einfache Rails-Anwendung dafür?

Gesagt, getan. Das Ergebnis ist unser submarine. Pate hierfür sind die U-Boot-Projekte. Glücklicherweise ist submarine selbst kein solches U-Boot-Projekt. Das Team freut sich, der Product Owner freut sich und die erste einsatzfähige Vorversion war bereits nach einem knappen Tag fertig gestellt.

Das U-Boot nimmt Fahrt auf

Nur wenige Wochen später ist aus dem unscheinbaren Backlog-Tool ein Werkzeug geworden, von dem das ganze Team begeistert ist. Vor allem das Stylen von submarine hat dazu einiges beigetragen. Und da wir die guten Dinge nicht nur für uns allein haben wollen, steht submarine online zum Ausprobieren zur Verfügung.

Lassen wir uns überraschen, wohin die Fahrt noch gehen wird.

Mehr Infos und auch die Demo von submarine gibt‘s auf http://www.scrum-backlog.de.